This Or The Apocalypse Fronter Rick Armellino hat sich ein wenig mit uns über seine Band unterhalten:
Hardkern.de: Lass uns den üblichen Einleitungskram überspringen. Du bist Fronter von This Or The Apocalypse. Wie würdest Du Deine Band beschreiben?
Man könnte uns als eine emotionalere Version von modernem Metal/Hardcore sehen. Wir mischen eine Menge harter Grooves, Melodien und viele verschiedene Stile.
Hardkern.de: In wie weit versucht ihr anders zu sein, als die anderen? Versucht ihr es überhaupt? Glaubt ihr, dass ihr es seid?
Ich denke wir machen nur das, was ganz natürlich von uns kommt. Wir sind uns klar, dass wir Gemeinsamkeiten mit anderen Bands haben, aber man kann sein Wissen nicht über seine Kunst herrschen lassen. Wir scheren uns nicht wirklich um das Nachahmen anderer Bands. Wir schreiben lediglich Musik, die wir mögen – denke ich. Wir bekommen immer wieder Vorschläge, was wir mit unserer Musik machen sollten und dann werden wir irgendwie verwirrt. Du weißt schon, Breakdowns hinzufügen und ähnliches. Es macht einfach keinen Sinn, unnötige Elemente hinzuzufügen.
Hardkern.de: Das stimmt auf jeden Fall! Meistens kann man feststellen, wenn ein Breakdown irgendwo hinein gezwängt wurde. All eure Songs sind ziemlich melodisch. Sind gute Hooklines ein Muss für Dich?
Weißt du, ich denke, dass so ziemlich alles in einem Song der Hook sein könnte. Mich fesseln ganz oft ziemlich komische Sachen in Songs. Ich denke das ist ziemlich subjektiv. Es kann manchmal einfach nur eine Textzeile oder ihre Betonung sein, die mich in ihren Bann zieht. Andere suchen vielleicht eher nach einem coolen Lead Gitarren-Hook oder sonst etwas. Und ich muss Dir zustimmen – dieses Genre wird von dem Hinzufügen unnötiger Songelemente geplagt und das aus meiner Sicht nur, um kleine Teile der Hörerschaft zu besänftigen.
Hardkern.de: Mit Sicherheit. Ich glaube es war 2004, als viele Leute bereits sagten „Metalcore ist tot!“. Vier Jahre später gibt es Metalcore immer noch. Jeden Tag kommen neue Bands dazu, auch wenn die meisten von ihnen momentan eher den Deathcore-Hype fokussieren. Jeder kopiert vom anderen und schreibt die gleichen Riffings immer und immer wieder. Was ist wohl nötig, um all das zu übertreffen?
Man muss einfach ein Herz haben. Man muss die Musik wirklich lieben, um etwas zu schreiben, was auch etwas bedeutet. Es sollte wirklich die Kraft haben, dich selbst zu bewegen, bevor es andere bewegen kann. Ich denke, dass viele Bands entweder zu viel Musik aus dem Genre hören, dem sie selbst zugehörig sind. Oder vielleicht hören sie auch gar nichts davon, weil sie es gar nicht mögen! (lacht)
Hardkern.de: (lacht) Was für Musik hörst Du denn so? Kannst Du uns Deine Lieblingsbands verraten? Deine Top 5-Alben?
Shai Hulud – That Within Blood Ill Tempered
Verse – Aggression
Helios – Eingya
Name Taken – Hold On
M83 – Saturdays = Youth
Hardkern.de: In wie weit beeinflussen Dich diese Bands, wenn Du Songs schreibst?
Ich denke, dass sie alle ihren Platz haben, im Bezug auf die Art und Weise, wie ich an die Intensität und Hingabe herangehe, die ich mit meiner Stimme und meinen Lyrics erreichen will. Ich versuche aber mein eigenes Ding zu machen, also muss ich irgendwie eine Balance zwischen dem Schreiben von dem, was sich einfach ehrlich anfühlt, und dem Bewerten der Lyrics finden. Meistens zeigt sich an den Teilen, die ich am meisten mag, dass ich davor nicht allzu viel nachgedacht habe.
Hardkern.de: Wie wichtig sind Dir Lyrics? Schreibst Du sie, weil Du Dich selbst ausdrücken willst oder weil sie da sein „müssen“?
Ich hasse die Ansicht, die viele Bands angenommen haben, dass Lyrics ein nachträglicher Einfall sind. Ich für meinen Teil lasse immer sehr viel Zeit und Abwägung in die Sachen einfließen, die ich durch unsere Musik sagen will. Alles auf „Monuments“ war ziemlich schwierig zu schreiben, aber es hat sich im Endeffekt ausgezahlt. Ich habe all meine Lieblingsautoren genommen und habe ihre Wörter und Ideen überall in den Lyrics verteilt. Ein bisschen wie eine Unterhaltung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Ich wollte ein Konzept für das Album haben, aber nichts kitschiges oder offensichtliches. Und da ich das jetzt aus meinem System raus habe, kann ich an etwas Neuem arbeiten! (lacht)
Hardkern.de: Hast Du die Lyrics geschrieben, bevor oder nachdem die Songs fertig waren?
Beides. Ich habe jegliche Art von Ideen notiert und Textzeilen aufgeschrieben, die mir wichtig schienen. Als mir dann die Songs präsentiert wurden, fanden diese Fetzen ihre Plätze.
Hardkern.de: Also nimmst Du am eigentlichen Schreiben der Songs gar nicht teil?
Die Art und Weise, wie man die Lyrics schreibt ändert sich signifikant, wenn man versucht, sie den Rhythmen anzupassen. Ich helfe öfters aus. Ich liebe es Gitarre zu spielen und habe viele Teile geschrieben. Es ist aber immer anders, das final aufgenommene Produkt zu hören. Ich habe immer eine Idee in meinem Kopf, wie der Song klingen wird, aber es ist immer total daneben (lacht). Visualisierung ist bisher noch keine meiner Stärken!
Hardkern.de: Eine Frage zur fertigen CD. Wie ist es für Dich, wenn Du Dir das finale Mastering anhörst, nachdem soviel Arbeit in die Musik geflossen ist? Hört es sich manchmal so anders an, dass Du Dir denkst „Haben wir das wirklich geschrieben?“
Ich habe da meine Phasen. Manchmal höre ich mir es an und wundere mich, wie wir das geschafft haben und manchmal denke ich, dass wir es noch besser hätten machen können. Ist eine ziemlich komplizierte Beziehung. Als ich die CD bekommen habe war ich wochenlang in Ekstase. Es ist definitiv etwas, auf das man stolz sein kann, aber es ist auf keinen Fall das Letzte, was wir erschaffen werden.
Hardkern.de: Das hoffe ich doch wohl! Habt ihr denn schon neues Material geschrieben? Vielleicht nur ein paar potentielle Parts für neue Songs?
Wir haben in ein bisschen Aufnahme-Equipment investiert, als diesen Monat eine Tour abgesagt wurde. Wir wollten produktiv bleiben und haben bereits einen neuen Song aufgenommen. Wir haben alle einen Song, den wir aus dem Weg räumen wollen (lacht). Alle von uns haben immer wieder Ideen und schreiben kleine Parts, so sind wir einfach. Wir wollen nicht erst ein Jahr warten, um wieder kreativ zu werden. Das ist einfach nicht die Art von Musiker, die wir sein wollen.
Hardkern.de: Und wird der Song demnächst irgendwann auf MySpace zu hören sein?
Ganz ehrlich, den wird es zu hören geben, wenn wir etwas Neues veröffentlichen. Im Augenblick verdient „Monuments“ die volle Aufmerksamkeit.
Hardkern.de: Plant ihr 2009 nach Europa zu kommen?
Ich würde gerne. Aber ein Haufen Puzzleteile müssen richtig zusammenfallen, damit das passiert. Ich will mehr von der Welt sehen, das wäre gut für meine Aufzeichnungen. Hoffentlich klappt das irgendwann. Evtl. sehe ich dann ja William Blakes Haus oder so etwas! (lacht)
Hardkern.de: (lacht) Also ich hoffe, dass wir euch hier bald mal sehen! Vielen Dank für Deine Zeit, das war's!
Vielen Dank für die Unterhaltung, hat echt Spaß gemacht!
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