04.05.2010 - 21:30
Kategorie: Interviews
Von: Stefan
The Destiny Program
Hardkern.de: Hallo! Mit wem aus der Band habe ich das Vergnügen?
Ja moin, mein Name ist Sebastian.
Hardkern.de: Ihr habt schon vier Alben veröffentlicht - jedes über ein anderes Label. Warum kam es immer wieder zum Wechsel?
Das hat sich jedes Mal auf eine andere Art ergeben. Zu Beginn hatten wir ziemlich schnell einen gewissen Erfolg, mit dem wir nicht gerechnet hatten. Es wurden größere Labels auf uns Aufmerksam. Die Wechsel vollzogen sich nicht immer leicht, aber letztendlich hat man sich immer mit dem alten und dem neuen Label einigen können. So konnten wir eine Menge unterschiedliche Erfahrungen sammeln. Mit „Gathas“ sind wir zum ersten Mal den Schritt von einem größeren zu einem kleineren Label gegangen. Das bringt die Musikszene ebenfalls mit sich, wenn eine gewisse Erwartungshaltung der Plattenfirma nicht erfüllt werden kann. Aber letzten Endes sind alle Seiten so zufrieden. Bastardized leisten gute Arbeit für uns, so dass wir mit dem Schritt sehr zufrieden sind.
Hardkern.de: Wie kamt Ihr zu Bastardized Recordings? Hattet Ihr es schwer, ein neues Label zu finden?
Wir sind schon sehr lange mit Marco und Stefan befreundet. Zudem haben sie auch unser letztes Album auf Vinyl veröffentlicht. Also bestand bereits eine Zusammenarbeit seit September 2007. Die Labelsuche an sich war nicht schwer, nur mussten wir gewisse unterschiedliche Angebote vergleichen. Das hat dann schon ein paar Wochen in Anspruch genommen.
Hardkern.de: Sowohl der Albumtitel, als auch die Titel der Tracks „Spenta Mainya“, „Avesta“, „Yasna“ und „Angra Mainyu“ sind aus den zoroastrischen Lehren abgeleitet bzw. direkt dort entnommen. Wie kommt es, dass ihr euch auf diesem Album so sehr mit den Lehren Zarathustras befasst? Hat es für euch eine persönliche Bedeutung? Was möchtet ihr damit ausdrücken und in wie weit geht ihr in den Texten detaillierter auf diese Thematik ein?
Johannes interessiert sich sehr für die persische Kultur und Geschichte. „Gathas“ sind die Hymnen von Zarathustra und wir fanden die Idee sehr passend uns daran zu orientieren. Deshalb greifen wir das Thema vermehrt auf dem Album wieder auf, aber es besitzt eher eine Art Symbolcharakter und wird nicht konkret textlich thematisiert.
Hardkern.de: Welches Feedback habt Ihr bisher zu „Gathas“ bekommen? Seid Ihr zufrieden, überrascht oder enttäuscht?
Die Resonanz ist sehr gut. Wir sind sehr zufrieden mit den Meinungen die an uns herankommen. Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass es so ein positives Feedback geben würde. Das ist schon ein wenig überraschend.
Hardkern.de: Worin genau seht Ihr die Unterschiede zu euren alten Platten? Welche Neuerungen bzw. Veränderungen gab es im Sound von The Destiny Program?
Eigentlich lief größten Teils alles wie gewohnt. Unsere Handschrift ist deutlich hörbar. Kleinere Entwicklungen bleiben bei einem musikalischen Werdegang nicht aus. Wir haben uns von der „Diving Into Eternity“ bis hin zur „Gathas“ selbstverständlich persönlich verändert. Unsere Inspirationen haben sich im Laufe der Zeit verändert. Aber insgesamt ist die Grundessenz immer noch die gleiche, wie vor 10 Jahren.
Hardkern.de: Wie waren das Komponieren und Aufnehmen der neuen Platte? Gab es besondere Unterschiede zu den anderen Alben? Beim letzten Album waren Anders Friden und Tue Madsen beteiligt, war es diesmal mehr Band-bezogen?
Das Komponieren und Aufnehmen war schon auf den Vorgängern Band-bezogen. Mit Anders war es eine riesen Erfahrung, weil er selber gute Ideen und Jahre lange Erfahrungen einbringen konnte. Aber trotzdem ist die „Subversive Blueprint“ unsere Platte geworden. Es sind unsere Inspirationen und Ideen und wir stehen voll und ganz hinter dem Resultat. Tue Madsen war dieses Mal wieder mit im Boot. Er hat, wie auch schon die letzten Male, gemixt und gemastert. Tue weiß einfach, welcher Sound unserer Musik den besten Ausdruck verleiht.
Hardkern.de: Nach mehreren Durchläufen Eurer CD fällt auf, dass Eure rockigen, düsteren Elemente noch mehr zugenommen haben! Diese atmosphärischen Parts geben dem Album noch mehr Eigenständigkeit und Tiefe! Werdet Ihr den melodischen Teil noch weiter ausbauen?
Kann ich schwer sagen. Diese Elemente beschäftigen uns einfach. Ich persönlich kann mich so am besten musikalisch ausdrücken. Die Musik, die ich zu hause höre besitzt häufig solche schweren, progressiven Parts.
Hardkern.de: Was besonders an Eurer Musik gefällt, sind die Gesangsparts. Schreibt Ihr die Lyrics gemeinsam? Wie viel Zeit nehmen die Lyrics insgesamt in Anspruch?
Die Lyrics sind ganz alleine Johannes’ Baustelle. Er schreibt unabhängig vom Songwriting seine Texte. Es kann passieren, dass er 4 neue Texte hat, bevor auch nur ein neuer Song geschrieben wurde. Oder aber es gibt noch keinen einzigen Text, obwohl die Musik schon für mehrere Songs fertig ist. Musik und Text entstehen also nicht analog zueinander. Wenn Musik und Text einmal nicht zusammen passen sollten, wird einfach weiter gemacht bis es passt. Das machen wir schon ewig so. Daher ist das für uns die Art an Songs zu arbeiten.
Hardkern.de: Wie seht Ihr die Entwicklung von Rock und Hardcore? Denkt Ihr, es gibt zu viele Bands die „Metalcore“ machen?
Mit dem Thema beschäftige ich mich schon sehr lange nicht mehr. Ich denke, dass eine Musikentwicklung immer etwas positives ist, so lange die Wurzeln nicht vergessen werden. Zu viele Bands kann es meiner Meinung nach nicht geben. Je mehr Kreativität, desto mehr Möglichkeiten für den Zuhörer, für das Beste zu wählen. Niemand ist gezwungen eine bestimmte Band zu mögen. Von daher sehe ich in der Hinsicht keine Probleme.
Hardkern.de: Wie würdet Ihr das Album jemandem beschreiben, der es bis jetzt noch nicht gehört hat?
Das ist für dich als Außenstehenden wahrscheinlich leichter als für mich. Ich habe unsere Musik immer als Mix aus modernem Hardcore und progressivem Rock gesehen. Die speziellen Elemente sind vielseitig. Am besten einfach mal reinhören.
Hardkern.de: Wo soll es mit The Destiny Programm noch hingehen? Seid Ihr mit dem, was ihr bisher erreicht habt, zufrieden?
Wir sind sehr zufrieden. Dank der Band haben wir eine Menge von der Welt gesehen. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal Konzerte in Brasilien, Hong Kong oder Japan spielen würde. Zudem kommt, dass wir eine Menge Menschen kennengelernt haben. Daraus sind unter anderem auch Freundschaften entstanden. Was jetzt noch wird, lass ich einfach mal auf mich zukommen.
Hardkern.de: Werdet Ihr bald auf Tour gehen? Wann würde das sein? Kann man noch als Support für die Hell On Earth Tour hoffen?
Auf uns ist noch keiner zugekommen, bezüglich der Hell On Earth Tour. Ansonsten stehen im Sommer ein paar Festivals fest. Mal sehen was da noch machbar ist. Neben der Band haben wir alle gerade ziemlich viel zu tun, so dass sich über eine längere Tour noch keine Gedanken gemacht wurde.
Hardkern.de: Ist es schöner auf Tour zu sein oder ein neues Album zu schreiben?
Das kann man eigentlich gar nicht miteinander Vergleichen. Es hat beides seinen Reiz. Prinzipiell ist live spielen aber die Sache, weswegen wir alle mit dem Musik machen angefangen haben.
Hardkern.de: Vielen Dank fürs Gespräch! Hier ist noch bei Bedarf etwas Platz für die berühmten letzten eigenen Worte:
Vielen Dank für die Fragen. Hat Spaß gemacht. Ebenfalls vielen Dank an alle die sich die Zeit genommen habe das hier zu lesen, und an alle die uns nach all den Jahren immer noch unterstützen. Ihr seid die besten.











