Disposed To Mirth - Menschenhai

"Menschenhai" - so lautet der Titel des Debutalbums der Jungs von Disposed To Mirth. Die Bandbio liest sich diesmal gänzlich anders, als bei vielen anderen Bands. Hier wird nicht davon berichtet, wie viele Shows man bereits gespielt hat, oder mit welchen Bands man bereits die Bühne geteilt hat. Hier wird von den - zugegeben sehr theatralisch anmutenden - Schicksalen der Bandmitglieder erzählt und wie sie allesamt zur Musik gekommen ist. Teilweise lustig, teilweise so unglaublich und haarsträubend, dass man sich nicht ganz sicher ist, ob hier wirklich alles der Wahrheit entspricht. Das spielt jedoch auch keine Rolle, denn ob man nun durch das Essen eines Kaktus oder durch das Trommeln auf Muttis Kochtöpfen zum Drumming gekommen ist ist völlig irrelevant, solange das Ergebnis stimmt! Doch kann sich eben dieses bei Disposed To Mirth hören lassen? Nach einem ersten Intro schallt "Conservating A Beauty" aus den Boxen, doch ist mit 1 Minute und 21 Sekunden ziemlich schnell wieder vorbei und kann eher als zweites Intro ansehen werden, als ein wirklich vollwertiger Song. Erst mit "Dreamer" setzen die Jungs so richtig ein. Relativ generischer Metalcore schallt aus den Boxen und bisher ist man noch nicht wirklich davon überzeugt, dass die Scheibe was taugt. Doch sobald "Till Departure" beginnt, lassen die Jungs die Hosen runter. Unearth-ähnliches Riffing, eine solide und eingängige Songstruktur - das ist doch etwas, womit man arbeiten kann. Lediglich die Vocals klingen hier und da etwas disharmonisch. Primär dann, wenn Fronter Matze zu singen beginnt. Es ist ein Versuch cleanen Gesang etwas anders rüberzubringen, doch das fruchtet anfangs nicht. Wenn man sich erst einmal reinhört, dann passt der Gesang mehr und mehr. Aber auch nach mehrmaligem Hören ist er noch nicht perfekt und stößt immer wieder sauer auf, doch bei Weitem nicht mehr so stark wie noch zu Beginn. Nicht nur bei "Till Departure" hat man dieses Problem. Auch "I Can't Remember The Last Time I Had Sex Sober" weißt diese Vocals auf und hier stören sie dann doch.

Disposed To Mirth zeigen auf "Menschenhai" relativ generischen Metalcore. Kein Ohrenkrebs, aber auch kein wirklich neuer Sound. Bekanntes neu verpackt, aber wenig verbessert. Die Jungs reihen sich in die Riege der durchschnittlichen Metalcore-Bands ein, denn weiter als hier geht es momentan noch nicht. Ein weiteres Manko sind die fehlenden Texte - hier hätte ein Booklet nicht schaden können. Ganz klar eine ziemlich solide Leistung für eine junge Band, an der es in Zukunft aber noch so einiges zu feilen gibt!

Disposed To Mirth - Menschenhai

6/10

Tracklist:

01. Russian Prelude
02. Conservating A Beauty
03. Dreamer
04. Till Departure
05. The Armada Of Hammerhead Sharks
06. I Can't Remember The Last Time I Had Sex Sober
07. What Else Is There
08. Mosh Pussy
09. Disposed To Mirth
10. Kyrephia
11. Stronger Than Before

Lineup:

Matze - Vocals
Vladi - Guitar
Mario - Bass
Fabio - Drums

Mehr Infos:

Web: http://www.myspace.com/disposedtomirth

Label: Lugozzi

Genre: Metalcore

Store-Date: 04.04.2009

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