Enigmatik - Slitherin

Enigmatik aus der Schweiz sind mit Sicherheit eine der interessanteren Bands, die zur Zeit Alben veröffentlichen. Mit "Slitherin" präsentieren sie ihr zweites Full-Length Album und zeigen ihren sehr eigenständigen Mix aus Jazz und brutalem Death Metal. Wer hier stumpfes Geballer vermutet, ist absolut auf dem Holzweg, denn Enigmatik sind auf sehr experimentellen Pfaden unterwegs. So gibt es abgesehen von den jazzigen Einflüssen und der Death Metal-Keule auch noch Synthesizereinlagen zu hören und weitere elektronische Sounds, die die Songs zum Teil massiv vom Death Metal wegrücken, obgleich sie trotz allem entsprechend hart sind. Die düsteren Death Metal Vocals, die teilweise Grindcore-Anleihen haben tun ihr übriges, um dem Sound dieser Band das gewisse Etwas zu geben.

Songs wie "The hanged man", mit seiner variationsreichen Struktur und der Verschmelzung verschiedener Genres oder "Let the brother receive the light" mit den mörderischen Blastbeats, die alles wegfegen, was sich ihnen in den Weg stellt, kombiniert mit Jazz-beeinflussten Basslinien, gehen absolut zur Sache, ohne sich in sich selbst zu verlieren. Enigmatik schaffen es, den Hörer konstant bei der Stange zu halten und bei dieser teilweise anstrengenden Musik will das schon etwas heißen. Bei Songs mit einer durchschnittlichen Länge von ca. 5 Minuten kann diese Mischung schon sehr auf das Gehirn drücken bzw. könnte, wenn die Band nicht genau wüsste wie sie ihre Songs zu strukturieren hat, damit eben genau das nicht passiert. Ab und an lassen die Schweizer auch das ein oder andere Sample einfließen und lockern ihre Musik somit einerseits auf, geben ihr aber andererseits auch einen leicht psychopathischen Touch, wie z.B. zu Beginn des Songs "The green fairy". Eben dieser ist auch einer der jazz-lastigsten Songs des Albums und hebt sich auf Grund dessen noch einmal mehr vom Rest des Albums ab. Hier zeigt die Band, was wirklich in ihr steckt. Das absolute Highlight der Platte ist jedoch der komplett instrumentelle Song "Metropolis", mit dem sie ausklingt. Hier fehlt der Metal zwar völlig, aber der Song ist die klangliche Manifestation von "Kreativität" und das macht ihn so gut wie perfekt.

"Slitherin" ist eines der experimentellsten und abgedrehtesten Alben der letzten Monate. Wer auf harte Musik steht, die einfach anders ist, der kann nicht an Enigmatik und "Slitherin" vorbei!

Enigmatik - Slitherin

7/10

Tracklist:

01. The hanged man
02. Nautilus
03. Beasthunter
04. Let the brother receive the light
05. Laudanum
06. Dark age of reason
07. The green fairy
08. The ghost of william blake
09. Fata morgana
10. The nucleaus of the spheres
11. Pallas athena
12. Metropolis

Lineup:

Benoit - Guitar, Vocals
Loic - Bass, Backing Vocals
Dominique - Guitar
Guido - Drums

Mehr Infos:

Web: http://www.enigmatik.ch

Label: Manitou Music

Genre: Death Metal/ Progressive/ Experimental

Store-Date: 01.04.2008

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