Folsom - Hammer Lane

Auf der Persistence Tour 2009 sah ich Folsom live. Fünf Typen in Pulli und Jeans, die in 25 Minuten ihr Set runter zockten ohne viel Drumherum. Ihr Sänger mit dicker Hornbrille bewegte sich keinen Meter von der Stelle. Die anderen drei Herren waren auch nicht viel bewegungsfreudiger, dennoch war die Show gut. Ein Band für Oldschool und Tougher Hardcore Kids, die gerne an Death Threat erinnert.

Nach der Show steht der Sänger mit zwei Bier am Merch-Stand und zeigt auf mein Graver Maker Shirt. Er spricht mich an und sagt, dass er diese Band richtig klasse findet und mit dem Bassist sehr gut befreundet ist. Er drückt mir das Bier in die Hand und erzählt von seiner Heimatszene. Ich erzähle ihm von meiner Heimat. Wir kommen auf denselben Nenner. Musik sollte nicht nur durch Haare, Klamotten oder anderes Fashionzeug bestehen. Wenn Leute in einem Club mit Leidenschaft die Bude rocken, kann es nur ein guter Abend werden. Er freut sich besonders auf seine Jugendhelden Agnostic Front und meint, wie toll es sei, in Deutschland mit ihnen zu spielen. Ich kauf mir ihre CD und ahne noch nicht, was ich alles an  Spaß und Gedanken an dieser Platte haben werde.

Am nächsten Morgen lege ich die CD ein und schaue ins Booklet. Es wirkt, als hätten die Jungs die selben Klamotten wie gestern auf der Show an und wirken auch genauso locker. Die Texte erinnern mich  an das Gespräch von gestern. Songs wie "looking good (and being scene)" oder "better days" erzählen von Leuten, die die Musik kaputt machen und warum sie dennoch wichtig ist für die Menschen. Stu erklärt: "Hey young hype band! You ain´t my friends. You´ve never struggled that´s why you´re still here. I´ve gave everything. Gave my fucking screaming what´s inside." Viele solcher Textstellen untermalen die Platte. Je öfter ich dieses kurze Werk von 20 Minuten höre, umso mehr kann ich mich seiner Meinung anschließen. Warum muss alles aus Habgier, Ignoranz und Neid sein? Wie kann man solchen Dingen ein Ende setzen? Folsoms Methode diese Menschen in ihren Texten niederzumachen, hat für mich  dennoch einen bitteren Beigeschmack, sie führt zu noch mehr Wut. Und sich immer an die "Glory Days" zu erinnern, kann nichts an der Zukunft ändern. Doch dann gibt es die Passagen, in denen Stu erzählt, warum er Musik macht, welche Freude er hat und was Menschen verpassen können. Vielleicht sollten Folsom diesen Stellen noch mehr Freiraum widmen, um zu zeigen, für was Musik gemacht ist: Für Leidenschaft.

Bei der Musik selber gibt es nicht auszusetzen. Oldschool Hardcore trifft auf Punk- und Moshriffs mit starkem Sing-a-long Faktor a lá Death Before Dishonor. Der Sound ist echt gelungen und  verdammt eingängig fürs Ohr. Die Grooves haben es in sich und fordern sofort auf, durchs Zimmer zu tanzen. Für alle, die auf einen Mix von Down To Nothing, No Turning Back und Hoods stehen, kann ich diese Platte nur empfehlen. Über die Länge von 9 Songs wird hier ein Feuerwerk aus Leidenschaft, Power und Hardcore abgefeuert.

Folsom - Hammer Lane

9/10

Tracklist:

  1. Maves of Sorrow
  2. Hammer Lane
  3. Better Days
  4. Oxycontin and Jupiler
  5. True Romance
  6. Scum Like Me
  7. ruger w/ the Krylov
  8. Ride or Die
  9. Looking Good (and Being Scene)

Lineup:

Stu - Vocals
Nick - Gitarre
Beez - Bass
Matt - Gitarre
Jesse -  Schlagzeug

Mehr Infos:

Web: www.myspace.com/folsom

Label: Filled With Hate Records

Genre: Hardcore

Store-Date: 13.08.2009

Kommende Shows