Psalm - Manifest EP
Psalm aus Brüssel haben ihre neue EP fertiggestellt und auf den Namen "Manifest" getauft. Sehr passend, wenn man davon ausgeht, dass die Band sich und ihren Sound mit dieser EP neu definieren will. 2005 klangen Psalm noch ganz anders. "Butterfly Suicide" von ihrer ersten, selbstbetitelten EP z.B. war ein Querschnitt durch die gesamte Breite der europäischen Metalcore-Bands. Schwere Moshparts, Staccato-Riffing, aggressive Shouts und sogar cleaner Gesang. Doch bereits damals konnten sich Psalm absetzen, denn ihr Sound war eigenständiger und individueller als der der Konkurrenz. Dazu kam natürlich noch die sehr variable Stimme von Fronter Mastema. All das ist bereits Geschichte, denn mittlerweile gab es Änderungen im Lineup, die signifikante Transformationen der Musik nach sich zogen. Im Vergleich zu dem, was Psalm hier abliefern, war das Vorgängeralbum lediglich Musik für nette Jungs.
Hier wurde eine bitterböse Mischung aus Death Metal und Black Metal manifestiert, die mit den Ursprüngen der Band recht wenig zu tun hat. Blättert man im Booklet, in dem die Lyrics passend zur Musik entgegen der Leserichtung angeordnet sind, so fallen direkt die fett gedruckten Lyrics wie z.B. "Denn Gott ist tot", "Hear Me!", "Emancipation From The Godlike Vortex" oder auch "Reshape This Fucking World" auf. Bereits bevor man auch nur einen Ton gehört hat, kann man sich vorstellen, in welche Richtung das hier zielt. Eröffnet wird mit dem zwei minütigen Intro "Through The Maze", in dem die Band mit verzerrten und düsteren Stimmen, welche einen deutschen Text, der mit "Denn Gott ist tot!" endet, sprechen, sowie durch atmosphärische Geräusche eine dunkle Stimmung aufbaut. Gerade richtig eingestimmt, schallt auch schon "Ecce Homo" aus den Boxen. Mastema trägt die zwischen Latein und Englisch wechselnden Lyrics mit seiner finsteren Stimme vor und wird dabei von, teilweise an Behemoth erinnernden, Melodien begleitet. So ganz hat man nicht vergessen woher man kommt, denn bei "Layers Of Impiety" begegnen einem doch wieder Staccato-Riffings, die allerdings zusammen mit der komplexeren Songstruktur und den neuen Melodien nicht im Geringsten die Erinnerung an Metalcore wach werden lassen. Dafür steckt hier einfach zu viel Metal drin! Bei "Exhortation" wird noch einen Gang hoch geschaltet, und man positioniert sich stärker im Bereich des Black-/ Death Metals. Die immer wieder auftretenden, leicht gesungenen Vocals erinnern stark an Priester in der Kirche und unterstreichen hier besonders die anti-christliche bzw. anti-religiöse Haltung der Band, da es sich zum Teil um abgewandelte, kirchliche Verse handelt.
Mit "Paradox" stellt man kurz vor Ende dann noch unter Beweis, dass es auch klare Melodien der Marke Psalm gibt und nicht nur geknüppelt wird, auch wenn diese natürlich in ein Gerüst aus einem Tom-Tom-Hagel integriert sind. Beendet wird die EP dann durch "Renewal" und man darf darauf hoffen, dass Psalm sich weiter in diese Richtung bewegen und noch extremer werden, denn dann müssen sich Behemoth & Co bald warm anziehen!
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Psalm - Manifest EP
Tracklist:
01. Through The Maze
02. Ecce Homo
03. Layers Of Impiety
04. Exhortation
05. Paradox
06. Renewal
Lineup:
Mastema - Vocals
Algol - Guitar
Baron - Guitar
Corvus - Bass
Baal - Drums
Mehr Infos:
Web: http://www.myspace.com/psalm
Label: Genet Records
Genre: Death Metal/ Black Metal
Store-Date: 31.01.2008





