Resistant Culture - Welcome To Reality
Wer Resistant Culture überhaupt nicht zuordnen kann, der sollte mal überlegen, ob es mit Resistant Militia anders aussieht. Unter diesem Banner hat die Band nämlich schon gegen Ende der 80er im Großraum Los Angeles gelärmt und mehrere EPs veröffentlicht. Das erste komplette Album "Welcome To Reality" erblickte allerdings erst 2005 das Licht der Welt und blieb komischerweise weitaus unbeachtet. Nicht einmal zwei Jahre später haben sich Profane Existence und SOS Records vorgenommen diesen Zustand zu ändern und die Platte erneut zu veröffentlichen. Nicht ganz unschuldig an der Widerveröffentlichung dürfte aber vor allem der Umstand sein, dass "Welcome To Reality" eines der letzten musikalischen Vermächtnisse des viel zu früh verstorbenen Jesse Pintado (Terrorizer, Napalm Death) darstellt.
Auf ihrer Internetseite beschreibt die Band ihre Musik als Turtle Island Tribal Grindcrust. Was man sich darunter vorzustellen hat? Resistant Culture spielen klassischen stark von Punk und Crust beeinflussten Grind, der irgendwo zwischen Napalm Death, Discharge, Terrorizer, Doom und Bolt Thrower zu "In Battler There Is No Law"-Zeiten einzuordnen ist. Dabei lockert die Band ihren Krach mit Tribaleinflüssen in Form von Instrumentals wie "Elder Wisdom", "Unknown Embrace" oder "Land Keeper" auf. Was mir bei Soulfly und Konsorten total auf die Nüsse geht, klappt auf "Welcome To Reality" erstaunlich gut und hebt die Band von haufenweise Krachkommandos ohne Widererkennungswert ab. Dieser Einfluss spiegelt sich auch in den Texten von Resistant Culture wieder, in denen man vergeblich nach Ausweidungsszenarien und eitrigen Schlachtfesten sucht. Resitant Culture sehen sich wie der Name schon sagt selbst als Bewegung, die mit ihrer Musik etwas verändern will und nicht als reine Unterhaltungsmaschine unterwegs ist. Da passt es auch besonders gut, dass die ausdrucksstarke Stimme von Anthony Rezhawk , der auch auf den Namen Tony Militia hört, für Grindcore-Verhältnisse ziemlich gut zu verstehen ist. Und da sind wir auch schon wieder bei den mächtigen Terrorizer angelangt. Denn auf deren letztem Output "Darker Days Ahead" war neben Jesse Pintado auch Anthony Rezhawk zu hören, der Oscar Garcia zwar nicht vergessen machte, aber sicherlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Mit "Hear Nothing See Nothing Say Nothing" verneigen sich Resistant Culture gegen Ende der Platte noch einmal vor Discharge und machen damit deutlich, wo ihre Wurzeln liegen.
Jeder der auf traditionellen Grind mit Punk/Crust Einfluss steht, Spaß an der letzten Terrorizer hatte und das Original nicht sowieso schon im Plattenschrank hat, wird den Kauf von "Welcome To Reality" nicht bereuen. Wer 2005 schon zugeschlagen hat, kann sich den erneuten Griff zum Geldbeutel sparen, denn mit einem Bonus-Video hat das Re-Release nicht so viel an Extras zu bieten. Wer sich allerdings für die LP-Version auf Profane Existance entscheidet, bekommt an Stelle des Videos einen unveröffentlichten Bonus-Track dazu!
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Resistant Culture - Welcome To Reality
Tracklist:
01. Hang on to Nothing
02. Ecocide
03. It's Not Too Late
04. Misery
05. The Struggle Continues
06. Sentient Predator
07. Elder Wisdom
08. Forced Conformity
09. Obey
10. Victims
11. Unknown Embrace
12. Corruption
13. Civilized Aggression
14. Sticks and Stones
15. Hear Nothing, See Nothing, Say Nothing
16. Land Keeper
Lineup:
Anthony - Vocals
Katina - Gitarre
Jesse - Gitarre
Raffa- Bass
Ben - Drums
Mehr Infos:
Web: http://www.resistantculture.com
Label: Profane Existance / SOS
Genre: Grind
Store-Date: 29.04.2008





