Trinacria - Travel Now Journey Infinitely

"Trinacria", eine selten genutzte Bezeichnung für das Symbol der Freimaurer, besser bekannt als das "Allsehende Auge" - das Auge innerhalb eines Dreiecks. Bereits mit diesem Namen positioniert sich die Band, die eigentlich durch einen Auftrag des norwegischen Konzertinstitutes zur Verbreitung von qualitativ hochwertiger Musik entstanden ist, in einem leicht okkulten, irgendwie spannenden Bereich. Eins vorab: um "Travel Now Journey Infinitely" vollkommen genießen zu können muss man absolut offen für alles sein.

Das Album besteht aus sechs Tracks, die alle unterschiedliche Teile bzw. Phasen des Albums widerspiegeln. Begonnen wird mit dem schleppenden "Turn-away", welches durch seine komplexe Einfachheit besticht. Ein Grundriff zieht sich durch den gesamten Song und doch wirkt es an keiner Stelle langsam oder einschläfernd. Immer wieder wird durch Geräusche das Interesse des Hörers geweckt und man selbst dazu aufgefordert, die Ohren zu spitzen. Über eine Dauer von 9 Minuten und 14 Sekunden erstreckt sich der Opener, den die sieben Herren hier fabriziert haben. Gerade hat man sich auf die ruhigen und angenehmen Klänge vollends eingestimmt, da wird das Ruder an den zweiten Song "The Silence" abgegeben, der mit einem starken Black Metal-Einschlag aufwartet. Ein leicht disharmonisches Riff und Drum-Geknüppel bildet die Grundstruktur für diesen Song. Immer wieder tauchen düstere Elektro-Elemente und verzerrte Schreie im Klangbild auf und sorgen dafür, dass das Gefühl eines kalten Schauers immer näher rückt. Nach etwas mehr als drei Minuten allerdings bricht der Song mit seiner Struktur und es werden ruhigere Klänge angeschlagen. Doch viel Zeit um sich zu sammeln hat man nicht, denn hier wird es nicht minder interessant. Gegen Ende kehrt man zum Ausgangsmuster zurück und knüppelt noch einmal drauf los. Bis zu diesem Punkt ist "Travel Now Journey Infinitely" bereits eines der experimentellsten und einfachsten, aber gleichzeitig anspruchsvollsten Alben des Jahres.

Mit fiependen Gitarren und Rückkoppelungen kommt dann "Make No Mistakes" ins Rollen. Im Vergleich zu den vorherigen Songs gibt es hier zum erstem Mal einen Song im eigentlichen Sinne zu hören. Aggressiver Metal mit Black Metal-Einschlag trifft auf die Ohren. Dabei kommen Gurtles Vocals extrem finster rüber und durch die vielen Noise- und Elektro-Elemente bekommt die Musik eine unglaublich rohe Fassade, die ihr allerdings mehr als nur gut steht. Auf so einen Song konnte man hier durchaus spekulieren, sind doch drei Mitglieder von Trinacria ebenfalls bei den progressiven Black Metallern Enslaved unterwegs. "Endless Roads" bietet dann wieder einen atmosphärischen Slow Motion-Song, bei dem man sich voll und ganz entspannen und auf jeden einzelnen Ton konzentrieren kann. Bevor man das Album mit dem Titeltrack ausklingen lässt, kredenzt man dem Hörer noch den, mit einer Laufzeit von 4 Minuten und 37 Sekunden, kürzesten Song der Platte - "Breach", mit dem voll und ganz die bisher erschaffene Klangwelt
aufgegriffen und fortgeführt wird.

Absolut großartig, was hier geboten wurde! Wenn das norwegische Konzertinstitute zur Verbreitung von qualitativ hochwertiger Musik noch mehr solcher Projekte inszeniert, dann kann man sich mit Sicherheit auf ein wahres Fest an guter Musik freuen. Spitzenklasse!

Trinacria - Travel Now Journey Infinitely

9/10

Tracklist:

01. Part I: Turn-away
02. Part II: The Silence
03. Part III: Make No Mistakes
04. Part IV: Endless Roads
05. Part V: Breach
06. Part VI: Travel Now Journey Infinitely

Lineup:

Ivar Bjørnson - Guitar
Maja S. K. Ratkje - Voice and Electronics
Arve "Ice Dale" Isdal - Guitar
Iver Sandøy - Drums
Hild S. Tafjord - Horn and Electronics
Espen Lien - Bass
Grutle Kjellson - Vocals

Mehr Infos:

Web: http://www.myspace.com/trinacriamusic

Label: Indie Recordings

Genre: Metal/ Black Metal/ Experimental

Store-Date: 16.05.2008

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