War From A Harlots Mouth - In Shoals

Das neue War From A Harlots Mouth Album "In Shoals" ist mit Sicherheit eines der am meisten erwarteten Alben des Jahres 2009. Wer jetzt allerdings auf ein Album wie "Transmetropolitan" wartet, der wird enttäuscht werden. Die Jungs haben sich für "In Shoals" einen deutlich anderen Sound ausgesucht. Dieses mal ist die Scheibe deutlich düsterer ausgefallen. Langsamere Songstrukturen, schleppender und schwerer als zuvor und zugleich auch verspielter. Natürlich gibt es auch wieder die "Wir lassen den Knüppel aus dem Sack"-Songs, bei denen die Jungs alle Register ziehen, aber diesmal gestaltet sich das gesamte Album ernster. Es gibt nicht mehr die Songs wie "Heeey Let's Start A Band", "Fight Wars With Keyboards" oder auch "Riding Dead Horses Is A Fucking Curse". Die jugendliche Frische und Energie, die "Transmetropolitan" ausdrückte gerät auf "In Shoals" ein wenig in den Hintergrund. Alles wirkt restriktiver. Die jazzigen Einlagen, wie sie z.B. bei "Fight Wars..." vorkommen sind natürlich geblieben, als Beispiel wäre "Justice From The Lips Of The Highest Bidder" zu nennen. Doch etwas ist verloren gegangen. Im Allgemeinen wird man dies wohl als Weiterentwicklung bezeichnen, doch ist dies nicht immer zuträglich. Und gerade im Fall von WFAHM ist sie eher kontraproduktiv. "In Shoals" überzeugt auf ganz Linie mit technisch anspruchsvoller Musik, schönen Arrangements und einer düsteren Stimmung, doch fehlen hier die Songs zum mitschreien, die die Band und ihr Publikum auf den Konzerten immer so nah zusammengebracht haben. Wenn man so will haben sich WFAHM auf "In Shoals" in die Rolle einer Band begeben der man aktiv zuhört, bei der man sich aber nicht an der Musik beteiligt. Ganz ohne Frage ist dieses Album gut. Es ist allerdings auch so anders, dass es gar nicht so leicht ist, es direkt mit den Berliner Jungs in Verbindung zu bringen.

"In Shoals" ist definitiv ein neuer Level für die Band. Auf Grund der extremen Andersartigkeit ist es jedoch gut möglich, dass dieses Album sie auch einige "Fans" kosten wird. Im Zusammenspiel mit "Transmetropolitan" wird sich wahrscheinlich ein richtig gutes Live-Set ergeben und man darf gespannt auf die nächsten Shows der Band sein. Wenn der Nachfolger nun eine Schnittmenge aus seinen beiden Vorgängern werden würde, dann hätten War From A Harlots Mouth das perfekte Album geschaffen. Bis hierher ein gutes Album, allerdings ein wenig schlechter als das Debut.

War From A Harlots Mouth - In Shoals

7/10

Tracklist:

01. They Come In Shoals
02. No High Five For Coward
03. Briefing Security Werewolves On Red Alert
04. Crooks At Your Door
05. Justice From The Lips Of The Highest Bidder
06. Copyriot
07. The Certain Nothing
08. Appropriate Tools Required To Intercept And Obstruct Errorism
09. What Happens In The District (Paper Agents)
10. Stays In The District (I'm The Black Sheep Of Her Country)
11. Scully

Lineup:

nico - vocals
simon - guitar
daniel - guitar
filip - bass
paule - drums

Mehr Infos:

Web: http://www.myspace.com/warfromaharlotsmouth

Label: Lifeforce Records

Genre: Metal/ Hardcore/ Progressive/ Jazz

Store-Date: 27.04.2009

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